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Musikalische Früherziehung als integraler Bestandteil frühkindlicher Förderung

Musikalische Früherziehung als Teil frühkindlicher Förderung - sinnvolle Ergänzung oder Stresstest für die Jüngsten?

„Früh übt sich was ein Meister werden will!“ In diesem Punkt herrscht unter jungen Eltern eine ansonsten seltene Einigkeit. Es ist viel was der moderne Mensch können und wissen muss und so bleibt auch den Kleinsten das gesammelte Wissen der Menschheit nicht lange vorenthalten...denn ambitionierte Eltern schieben den Erfolg des Kindes nur selten auf die lange Bank und allgemeiner Konsens ist eben „Früh übt sich...“


So wird alles was Eltern irgendwie für wichtig erachten entweder erlebnispädagogisch, autoritär oder antiautoritär, vermittelt, gelernt oder sonstwie ganzheitlich erfahren, aufbereitet und ans Kind gebracht. Vom fernöstlichen Windelentwöhnungstraining (stärkt das Selbstvertrauen) über Babymassage (vermittelt Nähe, Geborgenheit und stärkt das Selbstvertrauen) Babyschwimmen, dem Anwenden verschiedener Klangschalen (vermittelt Einigkeit mit dem Kosmos, macht das Urvertrauen spürbar und stärkt so das Selbstvertrauen) bis hin zu Babytanz (...stärkt das Selbstvertrauen), Kinderyoga (hilft dem Kind die eigene Mitte zu finden und .... stärkt das ... aber lassen wir das) , Pekip, Kinder-Pilates und, und, und ... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Letztes Hindernis für eine „24-Stunden-Rundumwissenvermittlung“ ist nur noch die begrenzte Aufmerksamkeit der Kinder, die sich allerdings seit kurzem mit einer wiederentdeckten, traditionellen Meditationspraktik aus Fernost deutlich verbessern lässt....

Die Terminplaner der Jüngsten können, entsprechend motivierte und engagierte Eltern vorausgesetzt, Ausmaße annehmen die selbst wahlkämpfende Spitzenpolitikern oder Top-Manager an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit brächte.
Hier geht es also in erster Linie um ein Plädoyer für die sinnvolle Schwerpunktsetzung und das Aussortieren überflüssiger und nicht dauerhaft sinnvoller Angebote, denn Kinder lieben es auch einfach Zeit für sich, das Spielzeug und mit den eigenen Eltern zu verbringen.

Wie steht es also angesichts dieser erdrückenden Vielzahl von außerschulischen Bildungsangeboten für Kinder und vor allem Vorschulkinder um den Sinn der musikalischen Früherziehung wie sie zum Beispiel an Musikschulen durchgeführt wird? Ist dies nur ein Konzept unter vielen oder zeichnet es sich durch eine besondere Werthaltigkeit und Sinnhaftigkeit aus? Um es in wenigen Worten zu sagen – ja, musikalische Früherziehung ist wert- und sinnvoll!

Allerdings muss ergänzend gesagt werden, dass sich der Sinn musikalischer Früherziehung vor allem dann besonders erschließt, wenn das Erlernen elementarer musikalischer Fertigkeiten, einfacher Rhythmen und Lieder, das miteinander Singen und das Ausprobieren von Instrumenten mit dem Erlernen eines Instrumentes fortgesetzt wird. Das Kind kann sich in der musikalischen Früherziehung bei der Auswahl des Instrumentes gut orientieren und persönliche Interessen und besondere Neigungen und Fähigkeiten frühzeitig festgestellt und gezielt gefördert und unterstützt werden. Die in der musikalischen Früherziehung vermittelten Grundlagen, hier handelt es sich nicht um theoretisch abrufbares Faktenwissen sondern um Praxiswissen, Erfahrung und motorische Grundfertigkeiten, erleichtern den Beginn des Instrumentalunterrichtes erheblich.

So gesehen ist die musikalische Früherziehung ein Konzept, das, verbunden mit einer anschließenden Musikausbildung, einen langfristigen und dauerhaften Nutzen bringt. Vor allem das unterscheidet das Konzept der musikalischen Früherziehung deutlich von anderen mitunter durchaus verzichtbaren Angeboten. Das die Kurse selbst den kleinen „Grossen“ Freude machen und Spaß an Musik vermitteln und quasi „en passant“ langfristig der Weg zur schönsten Nebensache der Welt, der Musik, vorbereitet und erleichtert wird ist eine der großen Stärken der „Musikalischen Früherziehung“. Musikalische Bildung gehört unmittelbar zur umfassenden Bildung eines Menschen. Die musikalische Früherziehung gehört daher ganz sicher zu den unverzichtbaren und besonders empfehlenswerten Bestandteilen einer umfassenden frühkindlichen Förderung.